Spezialisierte Projektmanagement-Tools für die Ressourcenplanung in komplexen Projekten
Für komplexe, mehrjährige oder sehr ressourcenintensive Projekte können gegebenenfalls Software-Lösungen für die Planung der Ressourcen nützlich sein. Die folgenden spezialisierten Tools bieten erweiterte Funktionen für eine professionelle Ressourcenplanung:
Bevor Sie in die Welt komplexer Software-Lösungen eintauchen: Einige wesentliche Tools für die ganz grundsätzliche Projektorganisation finden Sie als sofort einsatzbereite Vorlagen in unserem kostenlosen Download-Bereich:
Hier eine Auswahl der bekannteren Software-Lösungen:
1. Microsoft Project (und Project for the Web)
Was es macht: Der klassische Branchenstandard für komplexes Projektmanagement. Es ermöglicht eine detaillierte, zeitaufgelöste Ressourcenplanung auf Basis von Gantt-Diagrammen. Sie können Ressourcenkalender (mit Verfügbarkeit, Urlaub, Teilzeit) anlegen, Arbeitslasten analysieren und Überallokationen visuell erkennen und ausgleichen. Die Integration mit der Microsoft-365/Enterprise-Umgebung (Teams, SharePoint) erleichtert die Kollaboration.
Stärke für Ressourcenplanung: Sehr granularer Planungsansatz mit leistungsfähigem Kapazitätsmanagement über mehrere Projekte hinweg und detaillierter Kostenverfolgung.
2. Smartsheet
Was es macht: Kombiniert die vertraute Tabellenoberfläche mit leistungsstarken Projektmanagement-Funktionen wie Gantt-Charts, Automatisierungen und Berichten. Die Ressourcenplanung erfolgt über spezielle Ansichten und Dashboards, die die Auslastung von Personen und Material über mehrere Projekte visualisieren und steuern können.
Stärke für Ressourcenplanung: Gute Balance zwischen Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität; ideal für Teams, die von Excel kommen und mehr Struktur, Transparenz und Kollaboration benötigen.
3. LiquidPlanner
Was es macht: Ein Tool, das explizit auf unsichere und sich ändernde Projektumgebungen ausgelegt ist. Sein Kernfeature ist die prioritätsbasierte, probalistische Planung. Anstelle fester Termine arbeitet es mit Aufwandsschätzungen in Bereichen (z.B. 20-40 Stunden). Der Algorithmus berechnet dynamisch die wahrscheinlichsten Fertigstellungstermine und zeigt Echtzeit-Auslastungen an.
Stärke für Ressourcenplanung: Besonders geeignet für Projekte mit hoher Unsicherheit und sich wandelnden Prioritäten; bietet eine sehr realistische Darstellung der Auslastung unter Berücksichtigung von Unsicherheitsfaktoren.
4. Jira mit Erweiterungen (z.B. Tempo Timesheets, Planview)
Was es macht: Jira ist primär ein Tool für agiles Issue- und Projekt-Tracking (insb. Softwareentwicklung). Für die unternehmensweite Ressourcenplanung benötigt es starke Erweiterungen (Add-ons). Diese ermöglichen dann die übergreifende Planung von Kapazitäten, die Verfolgung von Aufwänden über Teams und Projekte hinweg und die Erstellung von Auslastungsberichten.
Stärke für Ressourcenplanung: Ideal, wenn die operative Arbeit bereits in Jira stattfindet. Ermöglicht es, die agile Team-Ebene mit der strategischen Portfolio- und Ressourcenplanung zu verbinden.
5. Planview (ehemals Clarizen) oder Sciforma
Was es macht: Diese Tools gehören zur Kategorie des Enterprise Project Portfolio Management (PPM). Sie gehen weit über die Ressourcenplanung für einzelne Projekte hinaus. Sie ermöglichen die zentrale Steuerung des gesamten Projektportfolios, das strategische Demand- und Capacity-Management und die Optimierung der Ressourcenallokation über das gesamte Unternehmen.
Stärke für Ressourcenplanung: Bietet die umfassendste Sicht auf alle Ressourcen und alle Projekte. Perfekt für große Organisationen, die begrenzte Ressourcen (v.a. hochspezialisierte Mitarbeiter) auf viele konkurrierende Projekte optimal verteilen müssen.
6. Forecast
Was es macht: Eine moderne, KI-gestützte Plattform, die Projektmanagement, Ressourcenplanung und Finanzen vereint. Die KI schlägt auf Basis vergangener Projekte Aufwandsschätzungen vor und hilft bei der Allokation. Die Ressourcenansicht bietet eine hervorragende Visualisierung der Teamauslastung, zeigt Engpässe an und erlaubt das einfache Zuweisen von Aufgaben basierend auf Verfügbarkeit und Skills.
Stärke für Ressourcenplanung: Nutzt künstliche Intelligenz, um die Planungsgenauigkeit zu erhöhen und den administrativen Aufwand zu reduzieren. Besonders intuitiv für die Planung auf Team- und Personenebene.
7. Runn
Was es macht: Ein reines Ressourcenplanungs- und Forecasting-Tool. Sein Fokus liegt ausschließlich auf der Visualisierung und Verwaltung von Personenkapazitäten, Projektauslastung und finanziellen Prognosen. Es bietet Echtzeit-Dashboards, zeigt Verfügbarkeiten an und erlaubt „Was-wäre-wenn“-Szenarien.
Stärke für Ressourcenplanung: Spezialisiert, leicht verständlich und schnell einsetzbar für den Kernzweck der Ressourcenplanung, ohne den Overhead eines vollständigen PPM-Tools.
Fazit:
Die Wahl des richtigen Tools hängt stark von der Komplexität Ihrer Projekte, der Unternehmensgröße und der gewünschten Integration mit anderen Systemen ab. Für Einzelprojekte oder kleine Teams können Smartsheet oder Forecast ein guter Einstieg sein. Für komplexe Mehrprojektumgebungen mit vielen Ressourcen sind Microsoft Project oder PPM-Lösungen wie Planview die klassische Wahl. Bei hoher Unsicherheit und Dynamik bietet LiquidPlanner einen einzigartigen Ansatz.
